Im Prozess gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist heute am Landgericht Verden das Urteil gefallen. Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Im Prozess gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist heute am Landgericht Verden das Urteil gefallen. Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Solidarität mit einer Terroristin fordern, ist schon sehr verwegen. Ist mir da egal ob links, rechts, islamisch oder christlich. Andere Menschenleben für die eigenen Ideen/Visionen/Ismen opfern, finde ich abscheulich.
Terrorismus ist ein recht nutzloser Begriff. Im Auge deines Gegners bist du immer Terrorist…
Jeder Widerstandskämpfer in der Geschichte der Menschheit war in den Augen des Unterdrückers ein Terrorist. Die französische Revolution war eine Terrorkampagne in den Augen der Aristokratie. Die RAF steht heute nur als Terrorgruppe in den Geschichtsbüchern weil sie nicht erfolgreich waren in ihrem Umsturz des deutschen Kapitalismus.
Der Kapitalismus bringt jedes Jahr hundert mal so viel Leute um wie die RAF.
So lange das so ist wird es immer Menschen geben die willig sind einen auf Luigi zu machen.
Wird vermutlich untertrieben sein und eher in die hunderttausendfache Anzahl gehen. Schau dir doch mal an was Trump mit USAID gemacht hat. Da sind sofort Leute gestorben. Viele.
Ah ups, ich meinte in Deutschland. Hängt natürlich davon ab wie man das berechnen will, aber 3300 Leute sterben hierzulande sicher frühzeitig durch unsere korrupte Auto, Umwelts und Gesundheitspolitik. Wahrscheinlich eher deutlich mehr.
Und 0 Leute jährlich sterben aktuell durch die RAF.
Ich fände es irgendwie besser wenn ein paar dutzend Bonzen durch die RAF stürben als die 3300 Leute durch die genannten Gründe.
Vulkanier-Mentalität eben. Ein paar Guillotinen für das Wohl der Menschheit.
Welche Phase? Frage für einen… für Robespierre.
Die Beantwortung dieser Frage würde ich dem Wohlfahrtsausschuss überlassen, der sollte das mal ausgiebig
diskutierenguillotinieren.Wobei ich doch sagen würde, das man Terror recht gut definieren kann und danach unterscheiden ob jemand bzw eine Tat fälschlicherweise als Terrorist/Terror bezeichnet wird. Terror ist für mich etwas, was auf die Zivile Gesellschaft im allgemeinen abzielt.
Wikipedia sagt:
Also ja, nach dieser Definition war die RAF Terroristen. Aber eben halt auch ganz viele andere Leute die wir heute als Helden ansehen. Also präziser wäre es zu sagen, nicht aller Terrorismus ist moralisch verwerflich. Wenn der Staat einem Zivilisten über Jahre hinweg erlaubt indirekt aber bewusst Menschen zu töten (wie z.B. der besagt healthcare CEO in den USA), dann ist Selbstjustiz halt alles was bleibt.
Selbstjustiz ist ja nicht unbedingt Terrorismus. Ich würde auch enger als das was Wikipedia schreibt Terrorismus definieren. Es muss schon gegen die Zivilbevölkerung sein und nicht nur irgendeinen Zivilisten. Überreiche sehe ich da nicht als Zivilbevölkerung, aber dennoch sollte Gewaltaktionen nicht gut geheißen werden, auch legale, da ja laut Wikipedia die Gewaltaktionen erst als Terrorismus gilt, wenn sie kriminell sind (wobei Staatsgewalt kann kriminell sein, hilft aber wenig wenn es keine Konsequenzen hat). Auf einen Militärischen Gegner zu gehen ist übrigens ganz klar kein Terror.
Wieso ist es ganz klar kein Terror auf einen militärischen Gegner zu gehen?
Militär ist nicht Zivilgesellschaft. Aber da kann man dann auch noch mal genauer unterscheiden zwischen Angreifer und Verteidiger, wobei Terror eher auf den Angreifer zutrifft.
Umso mehr ein Grund es besser zu machen.
Ich finde nicht, dass die RAF damit anfangen sollte, hunderte oder hunderttausende Menschen zu töten. Es wäre eher zu begrüßen, wenn der Kapitalismus damit aufhören könnte.
Welche bzw wie viele Menschenleben hat sie denn für ihre Ideologie geopfert? Zählst du die
angeblichemutmaßliche Traumatisierung von Wachmännern als Opferung von Leben? Abgesehen davon dass ja nicht mal bewiesen ist, dass Fr. Klette da dabei war, und ich im Artikel auch nichts dergleichen lesen konnte.Terroristen hin oder her, wenn wir den Rechtsstaat der Verfolgung von ein paar wenigen Menschen opfern, ist das auch kein Gewinn.
Also wenn du das als angebliche Traumatisierung zählst
Dann hast du entweder (a) keine Ahnung was psychologisch stationär bedeutet, denn da ist nix fake, da bist du hinüber oder (b) du bist auch ein menschenverachtendes Arschloch, weil es dir egal ist. Hauptsache die Klette ist die Gute.
Ich sagte nicht, dass Klette nicht kriminell gehandelt hat, “die Gute” sei oder die Leute nicht tatsächlich traumatisiert sein könnten. Ich weiß es eben nur nicht, deswegen das Wort angeblich (wie angegeben).
Vielleicht war es etwas unglücklich formuliert. Ich hätte vermutlich “mutmaßlich” statt “angeblich” schreiben sollen, um nicht als menschenverachtendes Arschloch dargestellt zu werden. Das tut mir leid.
Noch einmal die Frage: ist ein psychisches Trauma für dich eine Opferung von Menschenleben? Wenn ja, warum? Sollten wir es dem traumatisierten Wachmann als Gesellschaft nicht möglich machen, auch ohne Arbeitsfähigkeit ein erfülltes Leben zu haben?
Ja natürlich
Das geht schlicht einfach nicht. Das ganze medizinische und psychologische Wissen der Menschheit reicht dafür nicht aus. Man kann allerhöchstens das Leiden etwas lindern durch Therapie und Unterstützungsleistungen usw. Aber ein erfülltes Leben so wie vorher bzw. im unbelasteten Zustand lässt sich niemals wiederherstellen. Und das hängt auch nicht in erster Linie an der Arbeitsfähigkeit, sondern andersrum die AU kommt weil der Mensch kaputt ist.
Beantwortest du mir noch, warum? Ich hätte Opferung von Menschenleben eher so gelesen, dass Leute gestorben sind. Die leben ja aber noch.
Opfern bedeutet etwas oder jemanden zum Opfer machen. Die Gesundheit des Wachmanns ist halt von Frau Klette für ihre eigenen Interessen geopfert und damit sein Leben unwiederbringlich zerstört worden. Da passt doch “geopfert” dem Wortsinn nach ganz gut. Auch wenn man danach noch atmet kann man doch trotzdem Opfer bzw. geopfert worden sein? Wenn das Leben unwiederbringlich zerstört wurde, dann spielt es für den Opferstatus doch keine Rolle ob die Person jetzt ein traumatisierter Pflegefall oder ganz tot ist?
Der Duden hat noch mehr Definitionen. Zum Beispiel “sein Leben für jemanden ganz einsetzen”, um mal aufzuzeigen dass der Begriff auch ohne Todesfolge funktioniert.
Ist das Leben wirklich unwiederbringlich zerstört wenn die Person nicht mehr als Wachmann arbeiten kann?
Also irgendwie finde ich das etwas ableistisch. Jemand den ich kenne ist in einem Autounfall querschnittsgelähmt worden und lebt sein Leben auch noch, die Person sagte mir mehrfach dass sie froh ist, nicht dabei gestorben zu sein und ihr der Rollstuhl 100x lieber wäre.
So können sich die Ansichten unterscheiden. Ich hoffe einfach mal, dass die Menschen, die ein Trauma als Lebensende sehen, niemals ein Trauma erleiden, und dass der Wachmann das anders sieht.
Das Wachpersonal wurde nämlich laut Klette auch unzureichend versorgt:
Und Urlaub zur Erholung wurde unterbunden:
Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/523153.ungekürzte-fassung-des-plädoyers-von-daniela-klette-vor-dem-landgericht-verden.html
Nein, das Leben ist unwiederbringlich zerstört wegen dem Trauma und PTBS. Das hat mit der Arbeit erstmal nichts zu tun, außer das man mit Trauma und PTBS natürlich nicht arbeiten kann was in der Situation auch nicht hilfreich ist. Das ist aber nicht das Kriterium oder die Ursache dafür, dass das Leben zerstört ist.
Und ich wette ohne Unfall wäre es ihm noch lieber? Dieser Teil des Lebens ist aber nunmal unwiederbringlich zerstört und die Einschränkungen bleiben auf immer.
Es bleibt trotzdem ihre Verantwortung, sie hat die Tat begangen, hat ja auch genau nichts unternommen um die Versorgung der Leute zu gewährleisten, sich auch nicht informiert wie die Abläufe sind und ob die Leute im Nachgang schnell einen Therapeuten bekommen oder nicht. Da hat sie überhaupt nicht drüber nachgedacht, das ging ihr komplett am Hintern vorbei. Da kann man die Schuld jetzt nicht auf andere und schon gar nicht auf die Ersthelfer oder das medizinische Personal abwälzen. Sie hat durch ihre Tat die Situation verursacht und niemand sonst. Und wenn nach ihr niemand rechtzeitig da ist um die traumatisierten Leute einzusammeln und den Schaden den sie angerichtet hat aufzuarbeiten, dann ändert das daran überhaupt nichts.
Schade, dass die traumatisierten Menschen so wenig Unterstützung bekamen.
Ich denke, Frau Klette stimmt Dir dabei zu, dass Wachpersonal hier Leidtragende sind:
Und auch Garweg lässt laut Klette verlauten:
Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/523153.ungekürzte-fassung-des-plädoyers-von-daniela-klette-vor-dem-landgericht-verden.html
In der Medizin und Psychologie wird extrem viel zu Traumabewältigung und sowas geforscht, aber was du dir vorstellst geht halt einfach bisher nicht. Auch in der Wissenschaft und in der menschlichen Natur gibt es halt Grenzen. Das liegt nicht an zu wenig Unterstützung, alle Unterstützung der Welt kann das nicht ändern.
Bloß war ihr die eigene finanzielle Versorgung halt wichtiger, sonst hätte sie die Taten ja nicht begangen. Es war ja nicht ohne Alternative, sie hätte andere Mittel finden können, zum Beispiel arbeiten, vielleicht im Ausland wo man sie nicht so intensiv sucht. Oder halt einfach sich stellen bei der Polizei und freiwillig einfahren. Hat sie aber nicht, das Leid des Wachpersonals war ihr lieber als Einschränkung für sich selber.
Das ändert nichts daran, dass die mutmaßlich von der RAF traumatisierten Menschen zu wenig Unterstützung bekamen.
Wild, wie du Indizienbeweisen glaubst, und so viel mehr Ahnung von dem Fall zu haben scheinst als ich, ohne konkret zu werden.
Ich sage nicht, dass sie es nicht war, aber soweit ich das beurteilen kann gibt es erhebliche Zweifel, dass eine eindeutige Beteiligung bewiesen ist. Gehe mal davon aus, dass die Anwälte in Berufung gehen. Das wird ne Weile dauern, bis wir da die vollständige Wahrheit kennen, wenn überhaupt.
Netter Austausch, also abgesehen davon dass du denkst ich würde zu dumm sein dich zu verstehen, oder irgendwie keine Ahnung von Traumatherapie haben. Ich halte mich ab sofort zurück, da ich keinerlei Mehrwert aus dieser Diskussion ziehe außer Belustigung, aber danke dafür, dass du höflich geblieben bist.
aber sind die ganzen wachmänner nicht schon bei der bundeswehr traumatisiert worden?
zu deiner korrekten eingangskritik: du vergißt wie ein ganzes ausbeutungs- und bespaßungsmodell das leben der meisten organismen in den nächsten gut hundert jahren unmögllich gemacht haben wird. sind da verschreckte wachmänner oder früher halt noch totgeschossene SS-offiziere und ihre entourage wirklich so abscheu evozierend?
Oweia
Ja, Banken sind schlimm, aber das rechtfertigt nicht die Einzelschicksale der Wachmänner, die ich niemals mit Faschisten gleichsetzen würde. Vielleicht sind sie trotzdem Faschisten, das weiß ich nicht, ganz sicher sind sie aber ebenfalls eher die Opfer des Systems als die Elite, die da wirklich Strippen zieht. Warum du so gegen Wachmänner und nicht lieber gegen die Bankdirektoren wetterst ist mir irgendwie schleierhaft.
wo habe ich gegen wachmänner gewettert? aber auch dem autortären milieu sind offene augen bei der berufswahl zu empfehlen. und wo kommen die bankdirektoren her, die auch nur ihre funktion erfüllen?
In deinem Post kam mehrfach das Wort “wachmänner” vor. Sorry, dass ich ursprünglich nicht deine fehlerhafte Kleinschreibung übernommen hatte, sollte jetzt klarer sein.