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Cake day: July 22nd, 2024

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  • Edit: Mit „in die Gegenwart übersetzen“ meine ich nicht „Moderne Worte benutzen“ sondern „den Inhalt/das was vermittelt werden sollte übertragen“.

    Niemand glaubt, dass die Geschichte vom Hasen und der Schildkröte tatsächlich stattgefunden hat. Trotzdem vermittelt sie eine Botschaft, die heute verständlich ist. Und da die Bibel eine Textsammlung ist, die aus einer Vielzahl von Quellen über einen Zeitraum mehrerer Jahrtausende besteht, wundert es mich nicht, das dort viele Texte zu finden sind, die irritieren oder abstoßen. Wir können nicht wissen ob „Gott schickte Bären um die Kinder zu fressen“ eine Metapher ist. Vielleicht denkt man in ein paar tausend Jahren auch, dass es zu menschlichen Balzritualen gehörte, das Kätzchen der Angebeteten zu verspeisen. 😋

    Aus (christlicher) theologischer Sicht würde ich dir da in der Tat widersprechen, dafür habe ich auf die beiden Konzile verwiesen. Nur wenn man Jesus als ganz Mensch und ganz wesensgleich mit Gott versteht, kann sein Opfer die Erlösung bringen.

    Unabhängig davon halte ich den Begriff „Menschenopfer“ in dem Zusammenhang für unzutreffend. Meinem Verständnis nach, ist ein Menschenopfer die rituelle Tötung eines Menschen um im Gegenzug etwas von einer Gottheit zu erbitten. In der Bibel ist der, der dieses Opfer in Gang setzt aber eben nicht der Mensch, sondern Gott selbst. Ein weitere Aspekt dieses Opfers ist, das Gott damit den alten Zusammenhang: „Wenn du was von mir willst, dann gib (Opfer) mir was“ durch „Dir wird meine Gnade zuteil, allein weil du mein Geschöpf bist“ (Trotzdem hat der Mensch natürlich den freien Willen sich von dieser Gnade loszusagen.)

    Wenn man nun davon ausgeht, das Gott nicht existiert, und dieser ganze theologische Überbau nur ausgedacht ist, ist der Tod Jesu erst recht kein Menschenopfer, sonder die Hinrichtung eines charismatischen Oberhippies, den Wahlweise die jerusalemer Tempelobrigkeit aus religiösen- oder die römischen Besatzer aus politischen Gründen haben kreuzigen lassen.


  • Hält sich aggromäßig in Grenzen, aber danke für die Einordnung! Das Opfer von Jesus ist grade im Kontext mit Abraham besonders, weil Gott keine Menschenopfer annimmt, aber seinen eigenen Sohn opfert. Jesus ist quasi das Opfer um alle Opfer zu beenden.

    Im Konzil von Nicäa hat man sich auf die Lesart geeinigt, dass Jesus wesensgleich mit Gott ist und kein Geschöpf Gottes (also selber nicht erlöst werden muss). Im Konzil von Chalcedon, hat man sich auf die Deutung geeinigt, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist. (Wäre er nur göttlich, hätte er nicht sterben können und sein Leiden wäre nur Schein gewesen.) Deswegen ist das Opfern von Jesus mehr als ein Menschenopfer. Auch deswegen, weil es eine schnöde Hinrichtung war und kein rituelles Opfer.

    „Den Test der Zeit bestehen“ ist ein sinnvoller Anspruch, aber nach christlichem Verständnis müssen die Texte der Bibel in die heutige Zeit übersetzt werden. Will sagen, dass viele Sprachbilder heute nur noch bedingt verständlich sind. Man muss sich also vom Anspruch einer wortwörtlichen Verstehbarkeit der Bibel lösen und versuchen zu verstehen, an welche Adressaten der Text gerichtet war und was diesen Adressaten damit vermittelt werden sollte und was das Heute bedeuten kann. Letzteres muss dann in der Tat den Test der Zeit bestehen.