Einige meiner Gedanken über Verteidigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schreibt mir gerne, was ihr davon haltet. Lieber Gruß!

  • KatherinaReichelt@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    5
    ·
    15 days ago

    dann ca. 90% der jungen menschen nicht hingehen würden

    Das sagt sich so einfach. Aber natürlich haben Staaten schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden vielfältige Mechanismen entwickelt, um Leute doch zum Militär zu kriegen. Keiner hat Bock sich von gegnerischen Rittern auf Schlachtrössern zertrampeln zu lassen, kaum einer hatte im Ersten Weltkrieg Lust auf Schützengräben oder Bock auf Ostfront im Zweiten oder ist begeistert nach Vietnam gegangen. Im Endeffekt ist es kack egal, ob du da hin willst oder nicht, wenn du im Kriegsfall einberufen wirst, kommst du dort nicht so schnell raus. Du siehst es ja zum Beispiel aktuell in der Ukraine oder auch in Russland. Auch wir haben die Feldjäger von der Bundeswehr, die dich suchen, wenn du dich drückst. Die wissen dann, wo du arbeitest, wer deine Familie ist und im Zweifelsfall haben sie auch deine Handydaten etc.

    Im Kern bleibt dir dann nur noch die Flucht ins Ausland. Dort will dich aber meistens keiner. Bei der jüngsten Gesetzesänderung hier in Deutschland kam ja auch dann schon heraus, dass längere Aufenthalte im Ausland für Männer auch jetzt schon genehmigungspflichtig sind. Im Kriegsfall gibt es dann Ausreisesperren und so weiter und so fort. Auch als männlicher Ukrainer kannst du nicht einfach so ausreisen, genauso wie als wehrpflichtiger Russe.

    Kommst du irgendwann nach dem Krieg wieder zurück, hast du dann direkt schicke Verfahren am Hals. In Deutschland drohen dir in dem Fall 5 Jahre Knast.

        • trollercoaster@sh.itjust.works
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          2
          ·
          edit-2
          13 days ago

          Genau. Die einzige relativ sichere Möglichkeit, da rauszukommen, ist was zu können, das so dringend gebraucht wird, dass sogar die dümmste Regierung die Leute, die das können, nicht einzieht.

          In der Vergangenheit wurde Ersatzdienst im Zivilschutz als verhältnismäßig sicher angesehen. Wobei “sicher” sich da nur auf die relative Sicherheit bezieht, nicht zum Militärdienst eingezogen zu werden, ungefährlich oder gar entspannt ist das auch nicht, insbesondere mit der zwar hochgradig illegalen, aber inzwischen vielfach etablierten “double tap”-Taktik, nach Luft- oder Raketenangriffen etwas später das gleiche Ziel nochmal anzugreifen, um die Rettungskräfte zu treffen, oder sogar Rettungskräfte gezielt zu beschießen.

          Aber so, wie die Mächtigen inzwischen auf Bevölkerung und Infrastruktur scheißen, sehe ich die im Ernstfall auch Zivilschutzpersonal ins Militär einziehen.

        • AzuraTheSpellkissed@lemmy.blahaj.zone
          link
          fedilink
          arrow-up
          2
          arrow-down
          1
          ·
          14 days ago

          Das ist eine berechtigte Sorge. Ich habe gehört, vor den 1990ern hieß es noch: vielleicht sind die zu blöd einen überhaupt erfasst zu haben, lieber erstmal abwarten, ob überhaupt’n Brief zur Musterung kommt. Heute hingegen ist der Ratschlag: lasse dich freiwillig erfassen um jetzt schon den Kriegsdienst zu verweigern, weil du jetzt noch die Verweigerung geltend machen kannst. Im Kriegsfall (egal ob “der Russe kommt” oder - wie bisher immer - es genau anders herum ist) kann die Kriegsdienstverweigerung untersagt werden, stimmt.

          Aber ganz ehrlich, ich lache diesen Staat aus, wenn er bei Zwangsrekruiten & offenkundigen Deserteuren auch noch Ressourcen in Ausbildung und Ausrüstung steckt.