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Cake day: June 23rd, 2024

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  • Ok, verstehe. Auskotzen also.

    Viel überzogene Klischee-Polemik, aber nichts konkretes, konstruktives. Sehr schade.

    Zur Sache: für Wirtschaftsanalyse mit Datenpunkten in diesem Rhythmus interessieren sich beispielsweise Zentralbanken. Man darf gerne streiten, ob für die die tägliche Dosis Börse in der tagesschau relevant ist. Aber die Aussage, das so etwas nur etwas für den “Klischee-Monopoly-Typen an der Börse” ist, hält nicht.

    Und eine dem billigen Klischee-Handbuch entsprungene “klandestine, vernetzte, insiderhandelnde Eliten-Clique” braucht diese Berichterstattung doch ebenfalls überhaupt nicht, denn wer Insiderhandel betreibt, braucht erst recht keine “Börse im Ersten”!

    Die echte “Elite” an der Börse macht ihr schnelles Geld durch Hochfrequenzhandel, da wäre nicht mal ein Dauer-Liveticker auf tagesschau.de schnell genug. Zeit, die Vorurteile anzupassen.

    Also, du willst nicht tagesaktuell über die Börse berichten, du willst nicht tagesaktuell über den Anstieg der Mieten berichten. Kommen wir doch mal aus dieser Negativphase raus: was würdest du denn wollen?



  • Ich frage mich ja, ob es denn einen tagesaktuellen Indikator überhaupt braucht?

    Tja… dieses Bedürfnis, da irgendwie einen Finger am Puls zu haben, scheint es halt schon zu geben - gerade in Zeiten, wo Leute 24/7 Puls, Atmung, Kalorien, Luftdruck, Standort des Autos/der Kinder/der Ehefrau,… tracken, . Über die Sinnhaftigkeit kann man sicher streiten. Sehr viel mehr als die wirtschaftliche Großwetterlage auf dem Globus wird da bei vielen wohl nicht hängenbleiben. Ich finde den Gedanken, dieses Info-Bedürfnis mit einem/mehreren alternativen, besseren Indikatoren zu befriedigen, ganz interessant.


  • Den Aktienmarkt als schnödes “Instrument der Ablenkung” (der Eliten?) abzutun, ist, mal ganz unabhängig von dem dabei durchscheinenden zynisch-verschwörerischen, aber auch ein bisschen zu einfach und fahrlässig gedacht. Für die moderne Vermögensbildung von einem stetig wachsenden Teil auch der “normalen” Bevölkerung ist das ziemlich relevant.

    Aber natürlich: auch wenn die DAX-Mitglieder nach wie vor für eine sehr große Zahl von direkt und indirekt beschäftigten Bürgern stehen und damit ihr Wohlergehen für uns gewisse Relevanz besitzt, haben diese international agierenden Konzerne natürlich in der Tat nur noch anteilig etwas mit Deutschland zu tun.

    Darum bin ich neugierig: was würdest du denn für einen tagesaktuellen Gradmesser vorschlagen?


  • Die Börse, bzw der DAX im spezifischen, ist ein tagesaktueller Gradmesser der wirtschaftlichen Stimmung im Land.

    Das ist einerseits für u.a. Politiker wichtig, da sich dort auch das Urteil über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt, die die Politik zu beeinflussen versucht.

    Andererseits ist es auch für die Bürger wichtig: in Zeiten von ETFs und breit gestreuter Altersvorsorge ist die Börse nicht mehr nur Spielplatz für Reiche, sondern auch für ‘Normalos’ wirtschaftlich relevant.

    Die von dir genannten Indikatoren sind zwar auch wichtig, werden aber nicht in der Dichte erhoben, dass man täglich darüber berichten könnte.





  • ich behaupte jetzt mal, dass niemand der gerade in deutschland lebt vorher gefragt wurde, ob man sich auf die gesetze einigt bzw einwände hat.

    Das kommt darauf an, wie man diese “Frage” definiert. Während dir wahrscheinlich so etwas wie eine explizite Zustimmung “Ich will mich an die Regeln halten” vorschwebt, geht man eher von einer impliziten Zustimmung im Rahmen eines Gesellschaftsvertrags i.S.v Hobbes, Locke oder Rousseau aus: durch das Leben und Mitwirken in einer Gesellschaft und der Nutzung ihrer Vorteile drückt der Bürger seine Zustimmung aus.

    klar, ich kann alle jubeljahre leute wählen, die leute wählen, die evtl in zukunft mit anderen leuten entscheiden könnten wie das gesetz neu anzupassen sei.

    Demokratische Teilhabe ist mehr als Stimmabgabe im Rahmen von Wahlen. Du kannst von Versammlungs- und Redefreiheit Gebrauch machen, um auf deine Anliegen hinzuweisen. Du kannst das Rechtssystem nutzen, um gegen Gesetze vorzugehen, die du für rechtswidrig hältst. Du kannst Aktivismus, Journalismus, NGOs, Gewerkschaften, etc nutzen, um gesellschaftliche Diskurse zu beeinflussen und Druck auf Entscheidungsträger auszuüben.

    wenn man sich auf das gesetz geeinigt hätte, bräuchte es keine vollstreckungsbehörden, die es “durchsetzen”.

    Das halte ich für eine äußerst utopische Sichtweise. “Einem Gesetz zustimmen” und “das Gesetz nie brechen” sind zwei Dinge, die ich für sehr unabhängig voneinander halte. Der Mensch ist keine Maschine.


  • warum nennt man es “demokratisch” wenn eine minderheit gegen den willen einer mehrheit über die gesamtheit entscheidet?

    Ich denke, hier muss man sehr aufpassen, dass man eine zahlenmäßige Minderheit nicht mit einer politischen Minderheit verwechselt. Obwohl zahlenmäßig gering, sind die Abgeordneten zB des Bundestages gewählt, um den politischen Willen der Mehrheit zu repräsentieren.

    Siehe außerdem den Satz, der nach dem zitierten folgt:

    Es hält ja auch niemanden davon ab, ganz explizit mit dem Versprechen anzutreten, diesen Paragraphen abzuschaffen und sich entsprechend wählen zu lassen.

    Wenn es eine Mehrheit gegen diesen Paragraphen gibt, dann hat sie bereits heute Mittel und Wege, ihren Mehrheitswillen durchzusetzen. Du hast zB einen Abgeordneten, dem du ganz klar deine Meinung sagen kannst.

    hast du diese aussage hinterfragt? hast du nach regionen gesucht, die es anders machen?

    Ich stelle mich sicher nicht hin und sage, dass das derzeitige System der Weisheit letzter Schluss ist. Aber der repräsentativen Demokratie die Eigenschaft “demokratisch” abzusprechen, weil es keine direkte Demokratie ist, ist mir auch etwas drüber.

    Meinetwegen können wir gerne mehr Elemente der direkten Demokratie einfließen lassen. Nach der Nazi-Zeit wollte man da etwas mehr “Puffer” zwischen haben und gerade heute bin ich mir nicht so sicher, ob wir wirklich immer das ungefiltert umsetzen sollten, was der Mehrheitsstammtisch möchte. Aber probieren kann man es.

    ja, das sind keine 90 millionen, aber du verkennst auch, dass nicht alle 90 millionen sich zb fürs schwarzfahrthema interessieren. zb fahren viele nur mit dem auto und wären überhaupt nicht betroffen.

    Da kann man jetzt streiten, wie man den Kreis der Betroffenen definiert. Grundsätzlich ist zB der ÖPNV als steuerfinanziertes Angebot etwas, das letztlich jeden Steuerzahler angeht.


  • Der existiert ganz ohne demokratischen Konsens, weil er halt von den Nazis eingebracht wurde.

    Naja. Die Entscheidung, das StGB in dieser Form in der Bundesrepublik zu übernehmen, haben demokratisch legitimierte Politiker getroffen. Seit dem gibt es ständige Novellierungen und Anpassungen durch demokratisch legitimierte Politiker. Wie ja auch die Diskussion über diesen Paragraphen.

    Die Tatsache, dass sich noch keine Mehrheit finden konnte, diesen Paragraphen zu ändern, lässt sich in meinen Augen nicht damit gleichsetzen, dass er nicht demokratisch legitimiert ist. Es hält ja auch niemanden davon ab, ganz explizit mit dem Versprechen anzutreten, diesen Paragraphen abzuschaffen und sich entsprechend wählen zu lassen.

    Ich kann hoffen, dass die Partei, der ich meine Stimme gebe Gesetze verabschiedet, die mit meiner Position übereingehen, aber einen direkten Einfluss darauf nehmen, kann ich nicht.

    Das wäre bei 90 Mio Leuten auch wenig praktikabel. Wir müssten jeden Tag alle über zig verschiedene Dinge entscheiden. Darum haben wir das outgesourced an Politiker, die das in unserem Namen und unserem Interesse lösen sollen (mit einem ganz dicken Sollen!)