So weit, so gut. Doch unter vielen Aspekten ist ein Alkoholverbot an Bahnhöfen zu einfach gedacht, denn das strukturelle Problem wird zum größten Teil einfach verdrängt. Häufig sind obdachlose Menschen alkoholkrank und leben teilweise in Bahnhöfen. Kaum bezahlbarer Wohnungsraum, Krankheiten und Arbeitsverlust: Das sind Gründe, weshalb Menschen zur Flasche greifen, um sich von ihrem Leid abzulenken. Ein Alkoholverbot bestraft sie für ihre Krankheit und Lebensumstände. Sollten sie sich an die Regeln halten, können sie sich eben ein paar Straßen weiter betrinken. Das Problem wird in den Bahnhöfen unsichtbar gemacht, aber eben nicht gelöst.
Ich weiß ja nicht. Klar ist das scheiße, wenn Suchtkranke dann keine Hilfe bekommen. Aber gleichzeitig ist es halt schon schwierig, wenn sich die Probleme der Gesellschaft dann in den Bahnhöfen versammeln und andere Menschen sich dort unwohl und unsicher fühlen, weil es dann dort zunehmend auch unsicher ist. Es ist halt richtig kacke, wenn man nachts alleine durch die U-Bahn vorbei an einem Haufen Drogensüchtiger mit Hunden muss. Es ist miese, wenn man im Dunkeln am Bahnsteig wartet und dann dort Betrunkene rumpöbeln und einen ansprechen. Manchmal will man auch einfach nur morgens in Ruhe zur Arbeit und eben nicht von mehreren Leuten angebettelt werden.
Ja, da gibt es definitiv das Bedürfnis, dass wir als Gesellschaft diesen Leuten helfen. Aber das heißt halt noch lange nicht, dass sie im Bahnhof dann saufen, wohnen oder Drogen konsumieren dürfen. Die Funktion eines Bahnhofs ist halt, dass dort sehr viele Menschen ihren Zug bekommen und wenn wir wollen, dass mehr Leute den ÖPNV nutzen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass mehr Leute sich dort wohl fühlen. Das bedeutet dann aber auch, dass halt nicht auf dem Bahnhofsvorplatz Crack geraucht wird und die Suchtis im Schließfach pennen
Deine beschreibung mit den Erlebnissen nahe bahnhof war tatsächlich der hauptgrund, weshalb ich trotz jobticket darauf umgestiegen bin nach FFM innenstadt mim auto zu fahren.
Ist in vielerlei hinsicht scheiße für unwelt und die city aber ich wollte das einfach nicht mehr ertragen.
Finanziell dadurch maximal negativ für mich, aber der preis war es mir wert.
Ich mein diese situation hat das fass halt nur zum überlaufen gebracht.
Unzuverlässige bahn, oft keine klimaanlage im sommer. Dann im winter gern mal in offenbach gestrandet sein zu ner gottlosen uhrzeit, weil man mal bissl länger gearbeitet hat und sich jemand auf die bahngleise geworfen hat… da dann ne bus-verbindung für 30km strecke zu finden. Yayyyy
Und mim auto haste deine metallenen 4 wände, klimatisiert, geschützt vor pöblern und sonstigen komischen gestalten. Und wenns mal staut, sitzt du immerhin wenigstens noch in deinem auto und nicht auf irgend nem gruseligen gleis in dunkelheit und bei niedrigen temperaturen fest und betest, dass dein handyakku noch genug dampf hat.
Im auto ist dir so ein stundenlanger stau halt mehr inconveniance anstatt einer gefahr.
Will dass alles nur belichten um mal ne first-hand erfahrung zu teilen, von jemandem der jahrelang mit den öffis in ne metropole gependelt ist und letztendlich aufs auto umgestiegen ist. Also um mal zu zeigen, woher womöglich die vielen autofahrer kommen.
Und gleichzeitig zeigt das halt auch, dass ganz konkret probleme bestehen, die die leute weg von den öffis treiben, hin zum auto. Und die kann man angehen.
Besser beleuchtete bahnhöfe. Actually mal ne strategie für reisende parat halten, wenn mal eine komplette streckensperrung auf einer der größten pendelabschnitten geschieht und auch die kunden darüber informieren…
Und eben halt auch dafür sorgen, dass die innenstädte und vorallem die bahnhöfe angstfrei nach dunkelheit passierbar sind und auch die wege dorthin.
Der autofahrer geht von seinem arbeitsort zu seinem auto, verschließt die türen und fährt los. Der zugfahrer hat ne menge mehr probleme.
Ich bin 10 Jahre durch Ffm Hbf gependelt und kann dein Argument 0 nachvollziehen. Die einzig wirklich unangenehmen Situationen waren Fußballspiele, und das passierte nur manchmal Feiertags wenn ich mich recht entsinne. Nur mal so als Kontext.
Vorletztes Jahrum die Weihnachtszeit in Frankfurt-hbf gestrandet. war nur ne Stunde, bin zum rauchen raus und was ich da gesehen habe an Zuhältern, Junkies und sonstigen schrägen Leuten hat mir gelangt um mich wieder aufs Gleis zurückzubewegen. Als ich dann im stehenden ICE sass ist ein Junkie durch die Abteile gelaufen und hat (freundlich) gebettelt. Habe ich bis jetzt hur in Frankfurt so erlebt. Wohne seit 20 Jahren in ner Großstadt.
Und in meinem U-Bahn Abteil haben sich die Jungs schon ein Pfeiffchen angezündet. Aber hey, sie haben wenigstens das Fenster vorher auf Kipp gestellt. Und nun?



