Im Prozess gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ist heute am Landgericht Verden das Urteil gefallen. Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.

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    5 days ago

    Nein, das Leben ist unwiederbringlich zerstört wegen dem Trauma und PTBS.

    Ich kenne genug Leute mit Traumata und PTBS (2x PTBS, 1x kPTBS) um zu wissen, dass das Leben danach nicht “zerstört” ist. Ich finde es menschenverachtend und ableistisch, das Leben von Behinderten und Traumatisierten als “nicht lebenswert” abzustempeln.

    Und ich wette ohne Unfall wäre es ihm noch lieber?

    Na ja, shit happens oder so. Toxische Positivität ist natürlich auch fehl am Platz, natürlich wäre es der Person lieber, aber die Vergangenheit lässt sich leider nicht ändern.

    Es bleibt trotzdem ihre Verantwortung, sie hat die Tat begangen, hat ja auch genau nichts unternommen um die Versorgung der Leute zu gewährleisten, sich auch nicht informiert wie die Abläufe sind und ob die Leute im Nachgang schnell einen Therapeuten bekommen oder nicht.

    In welcher Welt sind mutmaßliche Täter für die Versorgung von Opfern verantwortlich? Das hat gefälligst der Arbeitgeber und das Gesundheitssystem (u.A. die Krankenkasse, Berufsgenossenschaften etc) zu leisten. Wenn ich von jemandem ausgeraubt werden würde (ist mir privat schon passiert, nur ohne Trauma), würde ich doch nicht zum Täter gehen, sondern zu Rechtsstaat, Ärztinnen und Therapeutinnen. Anscheinend haben im vorliegenden Fall alle der genannten Institutionen versagt.

    Irgendwie habe ich langsam den Verdacht, dass hier manche Menschen ganz schön weit von der Realität entfernt leben. Erst ist ein Trauma ein Todesurteil und die Menschen siechen anscheinend nur noch dahin, dann soll eine mutmaßliche Täterin plötzlich die Therapie von Opfern organisieren.