Das Recht auf analoges Leben soll ins Grundgesetz – mehr als 64.000 Unterzeichner*innen fordern das in einer Petition. Interessierte können sich bis 21. Mai anschließen. Im Interview erklären die Initiator*innen: Der ausufernde Digitalzwang schadet der Demokratie.
Menschen, die mental nicht in der Lage sind oder der Sprache nicht mächtig sind, sind bei einem analogen Prozess und Formularen genauso aufgeschmissen. Im Gegenteil sehe ich bei digitalen Lösung. Zumindest die Chance, dass zum Beispiel automatisierte Übersetzungen stattfinden können.
Es sagt ja auch keiner dass es digital nicht geben soll. Jeder für den digital einfacher ist, soll digital nutzen.
Aber es sollte eine Alternative geben, für Leute für die es analog einfacher (oder eventuell ausschließlich möglich) ist.
Da bin ich halt nicht dabei. Digital muss einfach und verfügbar sein, wir brauchen aber keine analoge Parallelwelt bis zum Sankt Nimmerleinstag. Die ist gesamtgesellschaftlich nicht kostenlos. Da sollten wir eine universell funktionierende und nicht zwei schlechte Lösungen haben.
Das Problem ist halt einfach wie leicht man aus der Digitalwelt raus fällt… mitten in einer fremden Stadt Handy geklaut oder kaputt… Bahnkarte und Ticket nur in der App, Termin bei der Behörde zu der du wolltest war mit vorheriger Ankündigung per App, da drin steht jetzt auch die Nummer die du hattest… jetzt weißt du nicht wann du aufgerufen wirst, dein Termin ist also futsch und heim kommst du auch nicht mehr… weil Bargeld hast du keins dabei (du bezahlst üblicherweise per NFC).
Digital ist halt einfach und verfügbar solange alles gut geht aber sobald du plötzlich ausgeschlossen bist nur weil ein einziges Gerät kaputt oder weg ist… was machst’n dann? Total digital ist doch ne vorprogrammierte Katastrophe sobald du aus irgendeinem Grund nicht mehr teilnehmen kannst…
Wir machen unsere Welt unglaublich zebrechlich…
Und eine Lösung die universell funktioniert… die funktioniert auch bei Strom-, Netz- und Geräteausfall… die universell funktionierende Lösung IST analog. Digital ist das wunderbare Extra das alles einfacher macht, aber es ist eben NICHT universell.
In diesem Schreckensszenario kann mir aber genauso gut meine Geldbörse mit meinem Zugticket und all meinen Kreditkarten und Bargeld geklaut werden. Was bringt mir da die Analoge Welt?
Digitale Geräte kann man sichern, digitale Tickets können prinzipiell erst mal auch auf mehreren Geräten verteilt werden und dann gegebenenfalls vom Partner vorgezeigt werden. Die Uhr, die kontaktlose Kreditkarte und das Telefon können alle samt bezahlen. Ja, wenn wir alle davon verloren gehen, ist schlecht.
In jeder Stadt kann man sich neue Smartphones, Laptops, Tablets kaufen. Musste ich noch nicht machen, will ich auch nicht machen, aber geht und so zu tun, als wäre die analoge Welt gegenüber Diebstahl, Feuer und sonstigem Verlust automatisch gewappnet ist einfach falsch.
Und die analoge Lösung funktioniert ja eben nicht universell und einfach. Wenn das Ömchen immer noch mühsam mit dem Bus in die nächste Stadt fahren muss, nur um Bargeld abzuheben, ist das eine Bürde und ein Kostenfaktor.
Analog gibt es tausend Methoden sich gegenseitig zu helfen.
Digital manchmal eine, manchmal keine. Das ist leider auch ein Teil des Übels beim Digitalzwang.
Dem kann ich nicht folgen. Kann zu zweit über dem Formular sitzen oder über dem Tablet. Ich kann sogar jemandem helfen Webseiten zu übersetzen in Sprachen, die ich nicht spreche.
Ich geb mal den Beispiel:
Die Gute digitale Lösung wäre ein digitaler Prozess, wo deine Schwester mehrere Profile auf einem Gerät verwalten könnte. Die pragmatische digitale Lösung bis dahin wäre ein digitales Gerät für die digitalen Geschäfte der dementen Mutter vorzuhalten.